Kräuter verdampfen – Temperatur-Tabelle für Lavendel, Thymian & Co.

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Kräuter verdampfen: Vaporizer-Temperatur von 130 bis 200 Grad Celsius, von Lavendel über Pfefferminze bis Salbei.

Du willst Kräuter verdampfen und fragst dich, welche Temperatur Lavendel, Pfefferminze oder Thymian im Vaporizer brauchen? Kurz: Die meisten Kräuter liegen zwischen 130 und 200 °C – zarte Blüten weiter unten, harzige Blätter weiter oben. In diesem Guide bekommst du eine Temperatur-Tabelle für neun Kräuter, erfährst, warum der Laborwert „Siedepunkt“ im Vaporizer in die Irre führt, und wie du Mischungen und Sessions aufbaust.

Die allgemeine Vaporizer Temperatur-Tabelle mit allen Zonen von 160 bis 220 °C steht im Haupt-Guide – hier geht es nur um Kräuter.

Welche Kräuter sich überhaupt eignen und wie du sie vorbereitest, steht im Ratgeber Kräuter verdampfen – welche Kräuter eignen sich?. Geräte mit feiner Temperaturregelung findest du bei den Verdampfern für Kräuter.

Hinweis: Die Werte sind Richtwerte aus Herstellerlisten und Praxis, keine Labormessungen. Dieser Artikel beschreibt Aroma und Handhabung, keine gesundheitlichen Wirkungen. Wer auf eine Pflanze allergisch reagiert – etwa auf Korbblütler wie Kamille –, verzichtet auf sie.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 130–160 °C: Blüten und frische Noten – Lavendel, Eukalyptus, Zitronenmelisse
  • 150–180 °C: Mittlere Zone – Hopfen, Pfefferminze, Rosmarin, Kamille
  • 170–190 °C: Kräftige Kräuter – Thymian
  • 185–200 °C: Obere Grenze – Salbei und das Finish einer Session
  • Über 200 °C: Nicht nötig – der Geschmack wird röstig, der Dampf kratzig

Kräuter-Temperaturen: die häufigsten Fragen kurz beantwortet

  • Welche Temperatur für Kräuter im Vaporizer? Je nach Kraut 130 bis 190 °C, Salbei bis 200 °C. Starte immer beim unteren Wert der Tabelle.
  • Welche Temperatur für Lavendel? 130–160 °C. Lavendel hat mit den niedrigsten Startwert aller Kräuter.
  • Welche Temperatur für Pfefferminze? 160–180 °C – darüber kippt das frische Aroma ins Röstige.
  • Welche Temperatur für Thymian und Salbei? Thymian 170–190 °C, Salbei 185–200 °C. Beide sind intensiv, kleine Mengen reichen.
  • Ab wie viel Grad verbrennen Kräuter? Trockenes Pflanzenmaterial verbrennt etwa ab 230 °C. Für Kräuter brauchst du nie mehr als 200 °C.
  • Kann ich Kräuter mischen? Ja, wenn sich ihre Bereiche überschneiden – etwa Lavendel und Zitronenmelisse bei 140–160 °C.
Kräuter-Temperatur-Tabelle für den Vaporizer: Lavendel, Eukalyptus, Zitronenmelisse, Hopfen, Pfefferminze, Rosmarin, Kamille, Thymian und Salbei mit Startwert und Obergrenze.

Wenn du neu beim Verdampfen bist, helfen zwei Grundlagenartikel:
➡️ Vaporizer für Anfänger
➡️ Zugtechnik im Vaporizer


Geräte, die auch 130 °C gradgenau halten

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Lavendel siedet bei 198 °C? Siedepunkt und Vaporizer-Praxis

Viele Tabellen nennen neben einem Kraut den Siedepunkt seines wichtigsten Aromastoffs. Bei Lavendel ist das meist Linalool – es siedet laut PubChem bei Normaldruck bei rund 198 °C. Trotzdem duftet Lavendel im Vaporizer schon ab etwa 130 °C deutlich. Wie passt das zusammen?

Ein Siedepunkt beschreibt, wann eine reine Substanz bei festem Druck vollständig in die Gasphase übergeht. Aromastoffe verdampfen aber schon weit darunter: Jeder Stoff hat einen Dampfdruck, der mit der Temperatur steigt – so wie Wasser auch bei Zimmertemperatur verdunstet. Linalool hat schon bei 25 °C einen messbaren Dampfdruck von rund 21 Pa. Im Vaporizer kommen Luftstrom, große Oberfläche und Zeit dazu: Jeder Zug trägt die frei gewordenen Moleküle ab, neue rücken nach.

Siedepunkt des Leitstoffs im Labor gegenüber dem Vaporizer-Startwert für Lavendel, Eukalyptus, Pfefferminze, Thymian und Salbei.

Der Siedepunkt ist trotzdem nützlich – als Rangfolge. Thymol, der Leitstoff im Thymian, siedet bei 233 °C; sein Dampfdruck liegt bei 25 °C mit etwa 2 Pa um ein Vielfaches unter dem von Linalool. Deshalb braucht Thymian spürbar mehr Hitze als Lavendel. Die Werte stammen aus der Stoffdatenbank PubChem der US-amerikanischen National Library of Medicine.

Merksatz: Der Siedepunkt zeigt dir, welches Kraut mehr Hitze braucht – die passende Vaporizer-Temperatur liegt aber fast immer deutlich darunter.


Kräuter-Temperatur-Tabelle für den Vaporizer

Die Tabelle nennt für jedes Kraut einen Startwert und eine sinnvolle Obergrenze. Die Werte fassen verbreitete Herstellerlisten und Praxiserfahrung zusammen. Die Quellen weichen teils deutlich voneinander ab – deshalb arbeitest du mit Bereichen, nicht mit einer einzelnen Zahl.

Kräuter-Temperatur-Tabelle: Startwert und Obergrenze im Vaporizer
Kraut Startwert – Obergrenze Leitaroma (Siedepunkt im Labor) Geschmack & Tipp
Lavendel 130–160 °C Linalool (198 °C) blumig und weich; wenige Blüten reichen
Eukalyptus 130–150 °C 1,8-Cineol (176 °C) kühl, kampferartig; sehr intensiv, sparsam dosieren
Zitronenmelisse 140–160 °C Citronellal (206 °C), Citral zart zitronig; verfliegt schnell, nicht zu heiß
Hopfen 150–170 °C Myrcen (167 °C) herb und würzig; Dolden vorher zerzupfen
Pfefferminze 160–180 °C Menthol (212 °C) frisch und kühl; darüber wird es röstig
Rosmarin 160–180 °C 1,8-Cineol (176 °C), Campher (204 °C) harzig-würzig; Nadeln fein zerkleinern
Kamille 160–180 °C α-Bisabolol, Chamazulen (schwer flüchtig) warm, leicht heuartig; nur die Blütenköpfe
Thymian 170–190 °C Thymol (233 °C), Carvacrol (238 °C) kräftig-würzig; kleine Menge
Salbei 185–200 °C α-Thujon (201 °C), Campher (204 °C) intensiv und herb; solo oder als kleiner Anteil

Wichtig: Stell zuerst den Startwert ein und erhöhe in 5-Grad-Schritten, bis Duft und Dampf passen. Die Obergrenze ist kein Ziel, sondern das Finish.


Gerätetemperatur ≠ Kräutertemperatur

Die Zahl im Display ist ein Sollwert. Sie beschreibt, wie heiß Heizelement und Sensor werden sollen – nicht, wie warm es mitten in deiner Füllung gerade ist. Dazwischen liegen:

  • Heizprinzip – Konvektion erwärmt über die Luft, Konduktion über die Kammerwand
  • Füllmenge und Packdichte – eine volle, feste Kammer braucht länger
  • Restfeuchte – verdunstendes Wasser bremst die Erwärmung
  • Luftstrom – jeder Zug holt kühle Luft in die Kammer
Schematische Aufheizkurve: Das Display erreicht die eingestellten 170 °C früher als die Kräuter in der Kammer.

Bei Konduktionsgeräten lohnt es sich deshalb, nach dem Signal „Temperatur erreicht“ noch 20 bis 30 Sekunden zu warten. Bei Konvektion erwärmt erst der Zug das Kraut – dort ziehst du langsam und gleichmäßig. Wie sich die Heizsysteme unterscheiden, erklärt Konvektion vs. Konduktion. Kommt trotz richtiger Einstellung kaum etwas, hilft Kein Dampf beim Vaporizer weiter.


Kräuter mischen: das gemeinsame Temperaturfenster

Mischungen funktionieren, wenn sich die Bereiche der Kräuter überschneiden. Liegen sie weit auseinander, ist die Temperatur für das eine Kraut zu hoch und für das andere zu niedrig.

Kräuter mischen: gemeinsames Temperaturfenster von Lavendel und Zitronenmelisse sowie Pfefferminze und Rosmarin, kein gemeinsames Fenster bei Lavendel und Thymian.
  • Lavendel + Zitronenmelisse: gemeinsames Fenster 140–160 °C
  • Pfefferminze + Rosmarin: gemeinsames Fenster 160–180 °C
  • Kamille + Thymian: gemeinsames Fenster 170–180 °C
  • Lavendel + Thymian: kein gemeinsames Fenster – verdampfe sie nacheinander in zwei Füllungen

Starte immer am unteren Rand des Fensters. Intensive Kräuter wie Salbei oder Eukalyptus mischst du nur als kleinen Anteil bei, sonst überdecken sie alles andere.


Die Stufen-Session für Kräuter

Auch ein einzelnes Kraut enthält leichte und schwere Aromastoffe. Deshalb lohnt es sich, eine Füllung in drei Stufen zu verdampfen:

  1. Stufe 1 – Aroma: Startwert aus der Tabelle, 3–5 Züge
  2. Stufe 2 – Dampf: 10 °C höher, 3–6 Züge
  3. Stufe 3 – Finish: Obergrenze, 2–4 Züge
Stufen-Session für Kräuter am Beispiel Thymian: 170 °C, 180 °C und 190 °C mit Zuganzahl je Stufe.

Beispiel Thymian: 170 °C, dann 180 °C, zum Schluss 190 °C. Wird es kratzig, lässt du Stufe 3 weg. Wie du dabei ruhig und gleichmäßig ziehst, zeigt der Guide zur Zugtechnik.


Was die richtige Temperatur zusätzlich beeinflusst

Trocknung und Restfeuchte

Frische Kräuter enthalten viel Wasser. Es verdunstet zuerst und kostet Energie – der Dampf wird wässrig, das Aroma bleibt schwach. Ideal sind Kräuter, die sich zwischen den Fingern zerreiben lassen, ohne zu Staub zu zerfallen. Wie du sie aufbewahrst, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben, steht im Ratgeber Kräuter lagern für den Vaporizer.

Zerkleinerung und Packdichte

Blüten wie Lavendel oder Kamille kannst du fast ganz einfüllen, Blätter und Nadeln von Rosmarin, Salbei oder Thymian zerkleinerst du mittelfein. Zu fein verstopft das Sieb, zu grob verschenkt Oberfläche. Stiele sortierst du aus: Sie bringen kaum Aroma und stören den Luftstrom. Mehr dazu in Mahlgrad beim Vaporizer und im Ratgeber Grinder für Vaporizer.

Reinigung

Ätherische Öle hinterlassen einen harzigen Film in Kammer und Sieb. Das bremst den Luftstrom und verfälscht den Geschmack der nächsten Füllung – besonders nach Thymian, Salbei oder Rosmarin. Reinige Kammer und Sieb deshalb öfter als nach milden Blütenkräutern: Vaporizer reinigen und Vaporizer-Sieb reinigen.

Heizsystem

Konvektions- und Hybridgeräte erhitzen das Kraut über die durchströmende Luft und gehen mit empfindlichen Blüten gleichmäßiger um. Reine Konduktionsgeräte heizen über die Kammerwand; dort startest du etwas niedriger und rührst die Füllung zwischendurch um.


Hohe Temperaturen und Verbrennung

Ab wie viel Grad verbrennen Kräuter? Trockenes Pflanzenmaterial beginnt etwa ab 230 °C zu verbrennen. Für Kräuter brauchst du diesen Bereich nie: Selbst Salbei ist bei 200 °C ausgedampft. Wer höher geht, bekommt keinen zusätzlichen Duft, sondern Röstaromen und einen kratzigen Dampf.

Den Unterschied zwischen Verdampfen und Verbrennen erklärt Verbrennung vs. Verdampfung.


Kaum Duft, Kratzen, verbrannter Geschmack?

Drei Probleme beim Kräuter verdampfen mit Lösungen: kaum Duft, Kratzen im Hals, verbrannter Geschmack.

Problem 1: „Ich rieche kaum etwas“

  1. Temperatur in 5-Grad-Schritten erhöhen, höchstens bis zur Obergrenze der Tabelle
  2. Kraut prüfen: zu feucht oder zu alt?
  3. Mittelfein zerkleinern statt ganze Blätter einzufüllen
  4. Länger und ruhiger ziehen

Problem 2: „Es kratzt im Hals“

  • Temperatur um 10 °C senken
  • Langsamer ziehen und Pausen machen
  • Intensive Kräuter wie Salbei und Eukalyptus reduzieren
  • Ein Wasserfilter kühlt den Dampf zusätzlich

Problem 3: „Schmeckt verbrannt“

  • Unter der Obergrenze der Tabelle bleiben
  • Stiele aussortieren, Kammer locker füllen
  • Kammer und Sieb reinigen – oft schmecken alte Rückstände verbrannt, nicht das frische Kraut

➡️ Warum schmeckt mein Vaporizer verbrannt?


Temperatur je Material

Für andere Pflanzenmaterialien gelten eigene Bereiche – mit eigener Tabelle:
➡️ CBD-Blüten verdampfen – Temperatur-Tabelle 160–210 °C
➡️ Vaporizer Temperatur Guide – Tabelle 160–220 °C

Fazit

  • Kräuter verdampfen zwischen 130 und 200 °C – Blüten unten, harzige Blätter oben.
  • Starte immer beim Startwert der Tabelle und erhöhe in 5-Grad-Schritten.
  • Mischen nur im gemeinsamen Fenster, sonst nacheinander.
  • Restfeuchte, Zerkleinerung und Sauberkeit entscheiden so viel wie die Zahl im Display.

Welche Geräte sich für Kräuter bewährt haben, zeigt unser Vaporizer Kräuter Test. Wer erst ausprobieren möchte, kann einen Vaporizer mieten.

Quellen

  • PubChem, National Library of Medicine: Linalool – Siedepunkt 198 °C, Dampfdruck 21 Pa bei 25 °C PubChem
  • PubChem: Eucalyptol (1,8-Cineol) – Siedepunkt 176–177 °C PubChem
  • PubChem: Menthol – Siedepunkt 212–216 °C PubChem
  • PubChem: Thymol – Siedepunkt 232–233 °C, Dampfdruck 0,016 mmHg (etwa 2 Pa) bei 25 °C PubChem

Häufige Fragen zur Kräuter-Temperatur

Welche Temperatur brauchen Kräuter im Vaporizer?

Je nach Kraut 130 bis 190 °C, Salbei bis 200 °C. Zarte Blüten wie Lavendel starten bei 130 °C, harzige Blätter wie Thymian bei 170 °C. Erhöhe vom Startwert aus in 5-Grad-Schritten.

Welche Temperatur für Lavendel im Vaporizer?

130–160 °C. Sein Leitaroma Linalool hat schon bei Zimmertemperatur einen messbaren Dampfdruck – deshalb duftet Lavendel früh und verliert bei höheren Temperaturen schnell sein weiches Aroma.

Welche Temperatur für Kamille?

160–180 °C. Die Aromastoffe der Kamille wie Bisabolol und Chamazulen sind schwer flüchtig. Verwende nur die Blütenköpfe; wer auf Korbblütler allergisch reagiert, verzichtet auf Kamille.

Welche Temperatur für Pfefferminze?

160–180 °C. Darüber kippt das frische, kühle Aroma schnell ins Röstige. Zerkleinere die Blätter mittelfein, damit die Luft gleichmäßig durchströmt.

Welche Temperatur für Thymian und Salbei?

Thymian 170–190 °C, Salbei 185–200 °C. Beide haben schwer flüchtige Leitstoffe (Thymol, Thujon) und schmecken sehr intensiv – eine kleine Menge reicht.

Ab wie viel Grad verbrennen Kräuter?

Trockenes Pflanzenmaterial verbrennt etwa ab 230 °C. Für Kräuter brauchst du nie mehr als 200 °C; darüber kommen nur Röstaromen und kratziger Dampf dazu.

Warum duftet Lavendel schon bei 130 °C, obwohl Linalool erst bei 198 °C siedet?

Aromastoffe verdampfen nicht erst am Siedepunkt. Jeder Stoff hat einen Dampfdruck, der mit der Temperatur steigt, und der Luftstrom im Vaporizer trägt die Moleküle laufend ab. Der Siedepunkt zeigt nur die Rangfolge: Kräuter mit höher siedenden Leitstoffen brauchen mehr Hitze.

Kann ich verschiedene Kräuter zusammen verdampfen?

Ja, wenn sich ihre Temperaturbereiche überschneiden – etwa Lavendel und Zitronenmelisse bei 140–160 °C oder Pfefferminze und Rosmarin bei 160–180 °C. Liegen die Bereiche weit auseinander, verdampfst du die Kräuter besser nacheinander.

Warum kratzt Kräuterdampf im Hals?

Meist ist die Temperatur zu hoch, der Zug zu kräftig oder ein intensives Kraut wie Salbei oder Eukalyptus zu stark dosiert. Senke die Temperatur um 10 °C, zieh langsamer und reinige Sieb und Kammer.

Welche Vaporizer eignen sich für niedrige Kräuter-Temperaturen?

Geräte mit gradgenauer Regelung, die auch 130 °C sicher halten – etwa der Arizer ArGo ab 50 °C oder der Volcano Hybrid ab 40 °C. Viele Modelle starten erst bei 160 oder 180 °C und sind für Lavendel oder Eukalyptus zu heiß.