Der Stündenglass Kompact ist kein Vaporizer im engeren Sinn, sondern ein Schwerkraft-Infuser: Zwei Glasglobus-Kammern drehen sich, Wasser läuft von einer in die andere und zieht den Dampf kontaktlos durch das System. Er lohnt sich für alle, die das Original von Stündenglass in einem transportablen Format wollen, der Preis liegt bei 339 Euro. Eine eigene Heizung hat der Kompact nicht, er braucht eine Wärmequelle am 14-mm-Anschluss. Dieser Testbericht zeigt, wie das 360°-System funktioniert, was der Kompact vom großen Gravity Infuser unterscheidet und für wen sich die Anschaffung lohnt.
Erst testen: den Stündenglass Kompact mieten – ab 60 € / 3 TageTechnische Daten
- Bauart: Standgerät, Schwerkraft-Infuser mit 360°-Rotation
- Heizung: extern, keine eigene Heizung, Anschluss 14 mm
- Rahmen: eloxiertes Aluminium
- Globen: zwei Globen aus Borosilikatglas
- Zug: kontaktlos über die Rotation der Doppelkammer
- Höhe: etwa 30 cm
- Transport: Hartschalen-Reisekoffer im Lieferumfang
- Reinigung: Reinigungsset liegt bei, Glasteile einzeln entnehmbar
- Preis: 339 €
Daten aus Herstellerangaben; Richtwerte können nutzungsabhängig abweichen.
Dampfqualität

Der Dampf des Kompact wird durch Wasser gezogen und legt einen langen Weg durch Glas zurück, bevor er über die Silikonschlauch-Einheit ankommt. Das Ergebnis ist kühl, weich und dicht, weil die Schwerkraft den Zug erledigt und die Kammer sich ohne Kraftaufwand mit Dampf füllt. Der Geschmack hängt von der Wärmequelle am 14-mm-Anschluss ab, der Kompact selbst fügt nichts hinzu, weil Glas und Aluminium geschmacksneutral sind. Wer sonst aus einem Taschengerät zieht, wird die Dichte nicht wiedererkennen. Die Dampfqualität ist damit die Stärke des Systems, sie setzt aber eine gute Quelle voraus.
Bewertung Dampfqualität: 8,3/10
Heiztechnik & Performance
Der Kompact heizt nicht selbst. Am 14-mm-Anschluss wird ein Vaporizer-Aufsatz oder eine Wärmequelle angebracht, die Infusionskammer mit Glaseinsatz nimmt das Material auf. Beim Drehen der Doppelkammer läuft das Wasser aus dem oberen in den unteren Globus, der entstehende Unterdruck zieht die erwärmte Luft durch die Infusionskammer und füllt den oberen Globus mit Dampf. Beim Zurückdrehen drückt das Wasser den Dampf über die Schlauch-Einheit heraus. Die Rotation um 360° macht das ohne Pumpe und ohne Strom. Eine Bewertung der Heiztechnik entfällt, weil sie nicht Teil des Geräts ist; die Leistung des Systems steht und fällt mit dem, was am Anschluss hängt.
Bewertung Heiztechnik & Performance: entfällt (keine eigene Heizung)
Akkulaufzeit
Der Kompact hat keinen Akku und keine Elektronik. Die Schwerkraft ersetzt Ventilator und Pumpe, die Rotation erfolgt von Hand. Es gibt nichts zu laden und nichts, das nach Jahren an Kapazität verliert. Strom braucht allenfalls die Wärmequelle, die am 14-mm-Anschluss sitzt, und die ist nicht Teil des Lieferumfangs. Eine Bewertung der Akkulaufzeit entfällt deshalb.
Bewertung Akkulaufzeit: entfällt (kein Akku)
Reinigung & Wartung

Die beiden Globen aus Borosilikatglas, die Infusionskammer mit Glaseinsatz und die Silikonschlauch-Einheit lassen sich einzeln entnehmen. Das Wasser wird nach jeder Sitzung gewechselt, die Glasteile kommen bei Bedarf in Isopropanol und werden gründlich gespült. Ein Reinigungsset liegt bei. Weil das System größer ist als ein Taschengerät, dauert die Reinigung länger, dafür ist alles zugänglich und man sieht durch das Glas, wo sich Ablagerungen bilden. Der Aluminiumrahmen braucht nur ein Abwischen. Wer das Wasser regelmäßig wechselt, hält den Aufwand klein.
Bewertung Reinigung & Wartung: 7,5/10
Verarbeitung & Materialien

Rahmen aus eloxiertem Aluminium, Globen aus Borosilikatglas, ein Hartschalen-Reisekoffer im Lieferumfang: Der Kompact ist so gebaut, wie man es bei 339 Euro erwartet. Die Rotation läuft satt und ohne Spiel, die Glasteile sitzen präzise in ihren Aufnahmen. Mit rund 30 cm Höhe ist er deutlich kleiner als das Original, ohne dass am Material gespart wurde. Der Koffer schützt das Glas beim Transport und beim Verstauen. Die Verarbeitung ist die beste Note dieses Tests, und sie ist verdient.
Bewertung Verarbeitung & Materialien: 9,0/10
Bedienung & Nutzerfreundlichkeit

Wasser einfüllen, Wärmequelle am 14-mm-Anschluss anbringen, Infusionskammer befüllen, drehen. Nach zwei oder drei Durchgängen ist der Ablauf klar, und die Handbewegung wird zur Routine. Weil es keine Elektronik gibt, gibt es auch keine Einstellungen, keine App und keine Fehlermeldungen. Etwas Übung braucht die Dosierung der Wärmequelle, damit der Dampf weder zu dünn noch verbrannt ist. Der Kompact ist ein Gerät für den Tisch und für Runden, nicht für den schnellen Zug zwischendurch. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, bedient es blind. Zwischen zwei Durchgängen lässt sich das Wasser wechseln, ohne die Wärmequelle abzunehmen, und Gästen ist der Ablauf nach einer Vorführung klar. Genau deshalb wird der Kompact gern in Runden genutzt.
Bewertung Bedienung & Nutzerfreundlichkeit: 7,8/10
Mobilität & Größe
Rund 30 cm hoch, Glas und Wasser: Der Kompact ist ein Standgerät. Der Hartschalenkoffer macht ihn transportierbar, etwa zum Wochenende bei Freunden oder in den Urlaub, unterwegs benutzen lässt er sich nicht. Gegenüber dem großen Gravity Infuser ist das der eigentliche Fortschritt: Das Original bleibt, wo es steht, der Kompact kommt mit. Für den täglichen Weg in der Jackentasche ist er nicht gedacht, und die Note in diesem Kriterium beschreibt die Bauart. Im Koffer wiegt das Paket zudem deutlich mehr als jedes Taschengerät, das merkt man beim Tragen.
Bewertung Mobilität & Größe: 4,5/10
Gesamtbewertung
| Kriterium | Score |
|---|---|
| Dampfqualität | 8,3/10 |
| Heiztechnik & Performance | entfällt |
| Akkulaufzeit | entfällt |
| Reinigung & Wartung | 7,5/10 |
| Verarbeitung & Materialien | 9,0/10 |
| Bedienung & Nutzerfreundlichkeit | 7,8/10 |
| Mobilität & Größe | 4,5/10 |
| Gesamt | ⭐ 7,42/10 |
Pro
- 360°-Schwerkraftsystem, kontaktloser Zug ohne Strom
- Kühler, dichter Dampf durch Wasser und langen Glasweg
- Rahmen aus eloxiertem Aluminium, Globen aus Borosilikatglas
- Hartschalen-Reisekoffer und Reinigungsset liegen bei
- Deutlich kompakter als das Original
Kontra
- Keine eigene Heizung, Wärmequelle am 14-mm-Anschluss nötig
- Standgerät, nichts für unterwegs
- Reinigung aufwendiger als bei Taschengeräten
- 339 Euro ohne Wärmequelle
Für wen eignet sich der Kompact Gravity Infuser?
Nimm ihn, wenn …
- du das Stündenglass-Prinzip in einem transportablen Format willst
- du zu Hause in Runden verdampfst und kühlen, dichten Dampf schätzt
- du schon einen Vaporizer mit 14-mm-Anschluss hast
- du ein Gerät ohne Akku und Elektronik bevorzugst
Schau dich um, wenn …
- du unterwegs verdampfen willst
- du ein Gerät mit eigener Heizung und Temperaturregelung suchst
- du den schnellen Zug zwischendurch brauchst
- du keine Wärmequelle am 14-mm-Anschluss besitzt und nicht dazukaufen willst
Kaufen oder mieten?
Für 339 Euro bekommst du mit dem Kompact das Stündenglass-System im Reisekoffer. Weil das Prinzip anders ist als bei jedem anderen Gerät, lohnt sich das Ausprobieren: Du kannst den Stündenglass Kompact mieten und zu Hause testen, ob der Schwerkraft-Zug zu dir passt, bevor du kaufst. Wer das Original kennt und die transportable Version will, kauft direkt.
Quellen
Stündenglass (Herstellerdaten): Produktseite Stündenglass
