Der Vestratto Anvil ist ein Kräuter-Vaporizer ohne Akku und ohne Elektronik. Geheizt wird er mit Butangas aus einem Torch-Feuerzeug: Die Flamme erhitzt eine CopperCore-Thermalbatterie aus C110-Reinkupfer, die die Wärme speichert und hybrid an die Füllung abgibt, also über Kontakt und über die Luft, die beim Zug durch den Oven strömt. Ummantelt ist der Kupferkern von 316er Edelstahl. Im Shop steht der Anvil mit 219 €.
Gefertigt wird der Anvil in Toronto, Kanada. Das Konzept ist bewusst mechanisch: kein Display, keine Temperaturstufen, kein Ladekabel. Wie heiß es wird, entscheidest du mit der Flamme; einstellen lässt sich am Gerät nur die Luftzufuhr am Heatshield. Dieser Testbericht zeigt, was das im Alltag bedeutet, wo der Anvil überzeugt und für wen er weniger passt.
Technische Daten
- Heiztechnik: Hybrid (Konduktion und Konvektion) mit CopperCore-Thermalbatterie
- Heizquelle: Butangas (Torch-Feuerzeug), rein mechanisch, kein Akku
- Temperaturregelung: keine – die Hitze bestimmst du über Flamme und Heizdauer; einstellbar ist die Luftzufuhr am Heatshield
- Oven: C110-Reinkupfer, ummantelt von 316er Edelstahl
- Oven-Varianten: CopperCore, ThermoCore, DuraCore
- Bowl-Größen: Half Bowl ca. 0,05 g, Full Bowl ca. 0,1 g, XL Bowl ca. 0,2 g
- Anschluss: 14,5 mm, WPA-fähig (für Wasserfilter mit passendem Schliff)
- Heatshield: Aluminium, in der Farbe Silver Mist aus Edelstahl; fünf Farben
- Lieferumfang: Anvil (Mundstück, Stem und Oven als Einheit), eine Bowl nach Wahl, ein Heatshield nach Wahl
- Herstellungsort: Toronto, Kanada
- Preis: 219 €
Angaben aus den Hersteller- und Produktdaten. Einen Temperaturbereich oder eine feste Aufheizzeit nennen wir bewusst nicht: Beim Anvil hängen beide von Flamme und Handhabung ab.
Dampfqualität

Beim Dampf spielt der Anvil seine Bauart aus. Die Thermalbatterie gibt die gespeicherte Wärme über Kontakt an die Füllung ab, zugleich erwärmt sich die Luft, die du beim Zug durch den Oven ziehst. Diese Kombination aus Konduktion und Konvektion liefert dichten, aromatischen Dampf, wenn Füllmenge und Hitze zusammenpassen. Weil keine Elektronik nachregelt, hängt das Ergebnis stärker von dir ab als bei einem Akkugerät: Erhitzt du zu knapp, bleibt der Zug dünn, mit zu viel Flamme wird der Geschmack schnell herb.
Die Füllmenge passt du über die Bowl an: Half Bowl mit ca. 0,05 g, Full Bowl mit ca. 0,1 g und XL Bowl mit ca. 0,2 g. Gleichmäßig gemahlenes Material hilft, weil die Wärme dann die ganze Füllung erreicht; warum das so viel ausmacht, erklärt der Ratgeber zum Mahlgrad beim Vaporizer. Für die Dampfqualität vergeben wir, gleichauf mit der Heiztechnik, die höchste Teilnote des Anvil.
Bewertung Dampfqualität: 9,0/10
Heiztechnik & Performance

Kern der Heiztechnik ist die CopperCore-Thermalbatterie. Du erhitzt mit der Flamme nicht die Füllung selbst, sondern lädst den Kupferkern mit Wärme, und der gibt sie an die Bowl weiter. Kupfer leitet Wärme sehr gut und verteilt sie gleichmäßig; der Edelstahlmantel umschließt den Kern. Die gespeicherte Wärme hält länger, als der Mantel von außen vermuten lässt. Für die Sitzung ist das ein Vorteil, beim Anfassen ein Grund zur Vorsicht.
Neben dem CopperCore bietet Vestratto den Oven als ThermoCore und DuraCore an. Für den Betrieb mit Induktion sieht der Hersteller nur den ThermoCore in Verbindung mit dem hauseigenen Induktionsheizer FORGE vor; der FORGE gehört nicht zum Lieferumfang. Der Standardweg bleibt der Butan-Torch. Wie sich die beiden Heizprinzipien grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Ratgeber Konvektion vs. Konduktion.
In unserer Bewertung bekommt die Heiztechnik 9,0/10: Kupferkern, Edelstahlmantel und Hybridprinzip sind konsequent auf gleichmäßige Wärme ausgelegt. Eine Temperaturkontrolle gibt es dafür nicht, und das spürst du vor allem in der Bedienung.
Bewertung Heiztechnik & Performance: 9,0/10
Wärmequelle: Torch statt Akku
Der Anvil hat keinen Akku und braucht keine Steckdose. Die Wärme kommt aus Butangas, in der Praxis aus einem Torch- oder Jet-Feuerzeug mit gebündelter Flamme. Ein Feuerzeug liegt nicht bei; welche Bauarten sich eignen und worauf du beim Kauf achtest, steht im Ratgeber Jet-Feuerzeug für Vaporizer.
Das hat klare Folgen: keine Ladezeit und kein Akku, der mit den Jahren nachlässt. Leer ist der Anvil nur, wenn das Feuerzeug leer ist, Butan zum Nachfüllen gehört deshalb zur Ausstattung. Mit offener Flamme zu arbeiten verlangt Sorgfalt: Oven und Mantel werden heiß, und nach der Sitzung braucht das Gerät Zeit zum Abkühlen. Eine Akku-Note vergeben wir nicht, weil es keinen Akku zu bewerten gibt.
Reinigung & Wartung

Weil keine Elektronik verbaut ist, darf der Dampfweg gründlich gereinigt werden: Kupfer, Edelstahl und die O-Ringe aus Viton vertragen Isopropanol. Mundstück, Stem und Oven bilden beim Anvil eine Einheit. Dazu kommen die Bowl, der Kondensator und ein kleiner Spiralfilter aus Titan, der beim Zerlegen leicht verloren geht.
Im Alltag heißt das: Bowl nach der Sitzung ausklopfen und regelmäßig in Isopropanol einweichen, den Luftweg mit einem Wattestäbchen durchziehen. Das Heatshield berührt den Dampf nicht und braucht keine Nassreinigung. Außen am Oven entsteht durch das Butan mit der Zeit ein dunkler Belag, und das Kupfer dunkelt nach. Beides ist kosmetisch und hat mit dem Dampfweg nichts zu tun. Die einzelnen Schritte findest du in der Reinigungsanleitung für den Vestratto Anvil.
Dass es bei 7,5/10 bleibt, liegt an den Kleinteilen: Kondensator, Spiralfilter und O-Ringe wollen beim Zerlegen und Zusammensetzen beachtet werden. Und weil Isopropanol leicht entzündlich ist, muss nach dem Bad alles vollständig trocken sein, bevor der Anvil wieder mit der Flamme erhitzt wird.
Bewertung Reinigung & Wartung: 7,5/10
Verarbeitung & Materialien

Beim Material setzt Vestratto durchgehend auf Metall: ein Oven aus C110-Reinkupfer, ummantelt von 316er Edelstahl, ein Heatshield aus Aluminium, in der Farbe Silver Mist aus Edelstahl, dazu O-Ringe aus Viton und ein Spiralfilter aus Titan. Dass Mundstück, Stem und Oven eine Einheit bilden, hält die Zahl der Einzelteile klein.
Das Heatshield gibt es in fünf Farben, darunter Alpha Red, Blue Shift, Carbon Purple Haze und Silver Mist. Die Farbwahl betrifft nur das Heatshield, nicht die Technik im Inneren. Dass sich das Kupfer mit der Zeit verfärbt, ist eine Eigenschaft des Materials und kein Mangel. Für Material und Verarbeitung vergeben wir 8,5/10.
Bewertung Verarbeitung & Materialien: 8,5/10
Bedienung & Nutzerfreundlichkeit

Die Bedienung ist auf das Nötigste reduziert: Bowl befüllen, Oven mit dem Torch erhitzen, ziehen. Es gibt keine Tasten, kein Display, keine App und keine Temperaturregelung. Wie heiß der Kern wird, steuerst du allein über Flamme und Heizdauer. Am Heatshield stellst du die Luftzufuhr ein und damit, wie leicht der Zug geht.
Das verlangt Übung. Die ersten Sitzungen sind Ausprobieren: wie lange erhitzen, wie viel Füllung, welche Luftzufuhr. Wer schon mit flammbetriebenen Geräten gearbeitet hat, findet schneller hinein. Hilfreich ist, mit der Half Bowl zu beginnen und immer gleich vorzugehen, damit du jede Änderung einer Stellschraube zuordnen kannst. Für Einsteiger ohne Vorerfahrung gibt es zugänglichere Geräte, deshalb 7,0/10.
Bewertung Bedienung & Nutzerfreundlichkeit: 7,0/10
Mobilität
Ohne Akku, Ladekabel und Steckdose ist der Anvil überall einsatzbereit, wo du ein Butan-Feuerzeug dabei hast. Ladezyklen spielen keine Rolle, und ein leerer Akku kann dir unterwegs nicht passieren. Dass es trotzdem nicht mehr als 7,5/10 werden, hat praktische Gründe: Das Feuerzeug muss immer mit, draußen macht Wind das Erhitzen mit der Flamme mühsamer, eine offene Flamme ist nicht überall angebracht, und der heiße Oven braucht nach der Sitzung Zeit, bevor der Anvil zurück in die Tasche kann.
Bewertung Mobilität: 7,5/10
Gesamtbewertung
| Kriterium | Score |
|---|---|
| Dampfqualität | 9,0/10 |
| Heiztechnik & Performance | 9,0/10 |
| Reinigung & Wartung | 7,5/10 |
| Verarbeitung & Materialien | 8,5/10 |
| Bedienung & Nutzerfreundlichkeit | 7,0/10 |
| Mobilität | 7,5/10 |
| Gesamt | ⭐ 8,08/10 |
Die Gesamtnote ist der Mittelwert der sechs Kriterien. Eine Akku-Note entfällt, weil der Anvil keinen Akku hat.
Pro
- Hybridheizung mit CopperCore-Thermalbatterie: dichter, aromatischer Dampf
- Keine Elektronik und kein Akku: keine Ladezeit, kein Akkuverschleiß
- Durchgehend Metall: Kupfer, Edelstahl, Aluminium und Titan, gefertigt in Toronto
- Drei Bowl-Größen von ca. 0,05 g bis ca. 0,2 g
- 14,5-mm-Anschluss, WPA-fähig für Wasserfilter
Kontra
- Keine Temperaturregelung und keine Anzeige – das Ergebnis hängt an Flamme und Übung
- Ohne Butan-Feuerzeug geht nichts, und das Feuerzeug liegt nicht bei
- Kleinteile wie Kondensator, Spiralfilter und O-Ringe verlangen Sorgfalt beim Reinigen
- Induktion nur mit ThermoCore-Oven und separatem FORGE
- Längere Einarbeitung als bei Akkugeräten
Für wen eignet sich der Vestratto Anvil?
Nimm ihn, wenn …
- … du ein mechanisches Gerät ohne Akku und Elektronik suchst
- … du Erfahrung mit flammbetriebenen Vaporizern hast oder sie dir erarbeiten willst
- … dir Material und Dampfqualität wichtiger sind als Komfortfunktionen
- … du unterwegs unabhängig von Steckdose und Ladekabel sein willst
Schau dich um, wenn …
- … du eine einstellbare Temperatur und eine Anzeige erwartest
- … du keine offene Flamme benutzen möchtest
- … du ein Gerät suchst, das ohne Einarbeitung gleichmäßige Ergebnisse liefert
Kaufen oder erst ausprobieren?
Den Anvil selbst bieten wir nicht zur Miete an. Ob er gerade lieferbar ist, siehst du auf der Produktseite; dort steht er mit 219 €. Wer zuerst herausfinden will, ob das Heizen mit der Flamme zu dir passt, kann den DynaVap HyperDyn mieten. Auch er ist ein Hybrid-Vaporizer ohne Akku. Er besteht allerdings aus Titan, lässt sich zusätzlich mit einem Induktionsheizer erhitzen und meldet über seine Click-Cap, wann er heiß genug ist. Wie er abschneidet, steht im DynaVap HyperDyn Test.
Welche Temperatur beim Verdampfen sinnvoll ist, zeigt diese Übersicht: Vaporizer Temperatur – Tabelle und Empfehlungen.
Quellen
Vestratto (Herstellerangaben): Produktseite The Anvil · Vestratto FAQ
